Corona-Krise und die Fortbildungspflicht nach § 9 FBO

Corona-Krise und die Fortbildungspflicht nach § 9 FBO Fachberater/innen für Internationales Steuerrecht haben sich gemäß § 9 FBO jährlich in einem Umfang von mindestens zehn Zeitstunden fortzubilden und hierüber einen entsprechenden Nachweis ihrer Berufskammer vorzulegen.

Derzeit erhalten wir zahlreiche Anfragen zu dieser Fortbildungsverpflichtung vor dem Hintergrund, dass Präsenzseminare aufgrund der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht stattfinden können.

Hierzu ist festzustellen, dass die Verpflichtung zur Fortbildung unverändert bestehen bleibt und durch die Corona-Krise nicht ausgesetzt wird.

In diesem Zusammenhang ist insbesondere auf die Möglichkeit von nicht in Präsenzform durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen (Online-Fortbildungen) hinzuweisen. Diese werden als Fortbildung anerkannt, wenn die Möglichkeit der Interaktion des Referenten mit den Teilnehmern sowie der Teilnehmer untereinander während der Dauer der Fortbildungsveranstaltung sichergestellt ist und der Nachweis der durchgängigen Teilnahme erbracht wird. Es kann also die gesamte nachzuweisende Fortbildung durch entsprechende Online-Fortbildungen absolviert werden.

Es ist davon auszugehen, dass die Fortbildungsanbieter ihre Online-Fortbildungsangebote vor dem Hintergrund des Ausfalls von Präsenzseminaren ausweiten. Wir werden die Online-Fortbildungsangebote aufmerksam verfolgen und uns gegebenenfalls im zweiten Halbjahr 2020 nochmals an alle Fachberater/innen für Internationales Steuerrecht wenden.

Darüber hinaus besteht wie bisher die Möglichkeit des Fortbildungsnachweises durch wissenschaftliche Publikationen oder durch den Nachweis einer dozierenden Tätigkeit auf dem Gebiet des Internationalen Steuerrechts.

Sofern es ungeachtet der bestehenden Fortbildungsmöglichkeiten zu Problemen bei der Absolvierung der erforderlichen Fortbildung kommt, werden wir die derzeitige besondere Situation selbstverständlich berücksichtigen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Schmitt-Torbacioglu guelsuem.schmitt-torbacioglu(at)stbk-hessen.de.


Seit 2007 können Steuerberater eine amtliche Bezeichnung erwerben, die auf eine steuerrechtliche Spezialisierung hinweist. Die Titel "Fachberater/in für Internationales Steuerrecht" und "Fachberater/in für Zölle und Verbrauchsteuern" werden von den Steuerberaterkammern verliehen. Sie dürfen nur zusammen mit der Berufsbezeichnung Steuerberater/in geführt werden.

Der Erwerb dieser Titel ist laut Fachberaterordnung grundsätzlich nur nach dem Besuch eines 120 Stunden umfassenden Lehrgangs mit anschließender schriftlicher Prüfung sowie dem Nachweis von mind. 30 praktischen Fällen möglich. Überdurchschnittliche praktische und theoretische Kenntnisse auf dem jeweiligen Spezialgebiet werden vorausgesetzt. Um die hohe Qualität der Ausbildung sicherzustellen, müssen Veranstalter ihren Lehrgang von der zuständigen Steuerberaterkammer zertifizieren lassen.

Mit dieser Möglichkeit zur beruflichen Spezialisierung hat die Bundessteuerberaterkammer einem Bedürfnis der Steuerberater und ihrer Mandanten Rechnung getragen. Verbraucher haben so die Möglichkeit, sich in speziellen Fragen des Steuerrechts an einen darauf spezialisierten Steuerberater zu wenden. Aufgrund der amtlichen Verleihung der Bezeichnung können sie auf die hohe Qualifikation des Fachberaters vertrauen.

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